118 Jahre Motorrad

Das Motorrad – kaum ein anderes Fortbewegungsmittel wird so stark gefürchtet, wie es auch geliebt wird. Die einen argwöhnen, dass ihr Leben endet, wenn sie ein Motorrad besteigen – das Leben der anderen fängt in dem Moment erst richtig an. Sobald die ersten Sonnenstrahlen nach einem harten Winter den Boden berühren, sind die Motorräder wieder auf den Straßen. Und das, wenn möglich, in einem extremen Tempo: Motorradhersteller haben sich freiwillig auf ein Limit von 299 km/h geeinigt. Eine Überschreitung dieses Limits ist aber möglich, da es kein Gesetz für ein generelles Tempolimit von Motorrädern gibt.

Die Entstehung

An Geschwindigkeiten dieser Art war in Zeiten der Entstehung des Motorrads bei weitem noch nicht zu denken. Nachdem der Versuch, ein Fahrrad mit Dampfmaschinen anzutreiben im Jahre 1868 scheiterte, baute Gottlieb Daimler im Jahre 1885 das erste fahrende Motorrad. Dessen Höchsttempo betrug 12 km/h und es besaß seitliche Stützräder, weshalb es im engeren Sinne kein richtiges Motorrad war. Das erste benzinbetriebene Motorrad wurde neun Jahre später von Hildebrand und Wolfmüller hergestellt. Der Begriff „Motorrad“ wurde von ihnen geprägt und patentiert.

Daimler Reitwagen aus dem Jahr 1885 im Mercedes Benz Museum in Stuttgart. Foto: Wladyslaw / wikipedia.de

Was seitdem geschah

Seitdem also das erste Motorrad hergestellt wurde, sind 118 Jahre vergangen. Man kann sagen, dass diese Zeit gut genutzt wurde. Ziemlich schnell wurden immer mehr neue, technische Verbesserungen hinzugefügt, große Firmen wie Harley Davidson entstanden und machten sich einen weltweiten Namen mit ihren Produkten. Wettbewerbe jeder Art wurden entwickelt: das Trial, das Drag Racing, Motocross, Speedway und natürlich auch die Motorrad-Weltmeisterschaft.

Das erstes Serien-Motorrad aus dem Jahre 1894 von Hildebrand und Wolfmüller. Foto: Joachim Köhler / wikipedia.de

In Wettbewerben gegeneinander anzutreten, ist aber nicht das Einzige, was man mit seinem Motorrad tun kann. Sein Motorrad umzubauen, ein völlig einzigartiges Modell, das auf einen selbst zugeschnitten ist, zu entwerfen, ist der neueste Trend. „Custombikes“– maßgeschneiderte Motorräder – sind neuerdings auch auf deutschen Straßen vermehrt zu sehen. Zulieferer haben sich auf den Trend eingestellt: Internetseiten wie tirendo.de bieten hunderte von verschiedenen Reifentypen an, spezialisierte Werkstätten offerieren Überarbeitungen an Farbe, Muster und Form – lediglich der TÜV kann dem Traum noch ganz schnell ein Ende bereiten. Motorradfahrer in Deutschland müssen sich an bestimmte Normen halten – der Kreativität sind also teilweise Grenzen gesetzt.

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